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Hamburg Projekt 2003 - Das Konzept zur Überdeckelung der A 7
Wir schaffen den Lärm unter die Erde!

Es gibt keine vernünftige Alternative: Nur ein begrüntes Dach über der Autobahn A 7 kann Zehntausende von Anwohnern von Dauerlärm-Stress und Abgaswolken erlösen. Das Hamburg Projekt 2003 ist in jeder Hinsicht beispielhaft. Es fügt zerstückelte Wohngebiete in Bahrenfeld und Othmarschen wieder zu lebenswerten Stadtvierteln zusammen. Die drei Kilometer lange Überdeckelung der A 7 vom Elbtunnel bis zum Volkspark schafft Tausende von Arbeitsplätzen und attraktiven Wohnraum für Familien, die sonst ins Hamburger Umland ziehen würden. Technisch ist ein solches Bauwerk heute relativ unproblematisch, dafür gibt es bereits Dutzende von Beispielen. Durch den Autobahndeckel entstehen zusätzliche Steuereinnahmen, von denen die ganze Stadt profitiert. Aus ihrer ursprünglichen Vision hat die Bürgerinitiative "Ohne Dach ist Krach" in fast fünfjähriger Planungsarbeit ein zukunftweisendes Konzept entwickelt und mehrfach von Experten überprüfen lassen. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Deckel ist machbar, und anders als durch die Überdeckelung ist der Sündenfall des Autobahnbaus mitten durch die Stadt nicht wieder gut zu machen. Auch die Baubehörde ließ sich überzeugen, Bürgerschaft und Bezirksversammlung Altona haben sich einstimmig für den Deckel ausgesprochen.


Noch mehr Verkehr

Spanische Tomaten für Schweden, norwegischer Lachs für Südfrankreich - die A 7 ist die meistbefahrene Transitstrecke Europas. Alle Verkehrsprognosen der Vergangenheit sind längst übertroffen. An Spitzentagen fahren über 130.000 Pkws und Lkws durch den Elbtunnel, das sind fast doppelt so viele, wie 1975 bei seiner Eröffnung als Tagesschnitt vorausgesagt wurden. Wegen der ständigen Staus sind auch Wohnstraßen in Autobahnnähe überdurchschnittlich belastet. Um den Dauer-Verkehrskollaps zu umgehen, quälen sich selbst tonnenschwere Laster auf Schleichwegen durch Bahrenfeld und Othmarschen. Durch die Straßenanbindung Skandinaviens, durch die vierte Elbtunnelröhre und die Entwicklung des Hamburger Hafens wird die Verkehrsbelastung auf der A 7 weiter überproportional steigen. Lärmschutz durch Wälle und Wände ist nahezu wirkungslos; zudem würde er die Menschen in einem ver-lärmten Stadtteil einmauern.


Der zerstückelte Westen

Seit über 25 Jahren blockiert die Autobahn A 7 eine sinnvolle, menschengerechte und zukunftsfähige Entwicklung im Hamburger Westen. Bahrenfeld und Othmarschen haben ihre historischen Ortskerne und die nachbarschaftliche Anbindung verloren, ohne dass dafür Ersatz geschaffen wurde. Die Lärmbelästigung übersteigt die zulässigen Grenzwerte um das Vierfache, Abgase verpesten die Luft kilometerweit bis in die Innenstadt. Die A 7 hat ehemals liebenswerte, gewachsene Wohnviertel und die Naherholungsgebiete für das dicht besiedelte Altona völlig zerstört. Nur der Autobahndeckel kann die verlorene Lebensqualität wieder herstellen.



Wir haben die Lösung!

Um Mensch und Natur zu retten, muß die Autobahn unter die Erde - so wie es uns zahlreiche Städte im In- und Ausland bereits vormachen. Gegenüber ähnlichen Projekten anderswo hat die A 7 in Bahrenfeld und Othmarschen einen entscheidenden Kostenvorteil: Sie braucht nicht tiefergelegt zu werden, weil sie bereits in einer Schlucht verläuft, die damals eigens für die Autobahn gegraben wurde. Durch den Deckel wird das ursprüngliche Geländeniveau wiederhergestellt.
Auf beiden Seiten der Autobahn liegen Grundstücke, die der Stadt gehören: Sportstätten, Kleingärten, öffentliches Grün. Verlagert man diese Flächen auf den Deckel, machen sie hochwertiges Bauland frei, dessen Verkauf einen Großteil des Deckelbaus finanzieren kann. Wohnungsbau direkt auf dem Deckel wäre nicht sinnvoll, weil er so massiv konstruiert werden müsste, dass er nicht mehr zu bezahlen wäre.


Einige Zahlen zum Deckel

Kosten und Finanzierung des Deckels sind in einem Moderationsverfahren zwischen Baubehörde und Bürgerinitiative einvernehmlich festgestellt worden: Die Gesamtkosten betragen rund 486 Millionen Mark. Die Finanzierung erfolgt im wesentlichen durch den Verkauf der 35 ha, die durch den Flächentausch im Umfeld der Autobahn freiwerden. Die Gelder, die der Bund für den Lärmschutz vor der vierten Elbtunnelröhre vorgesehen hat, können ebenfalls in das Deckelprojekt einfließen. Der restliche Finanzierungsanteil verteilt sich auf mehrere Jahre und wird durch das deckel-induzierte Steuer-Plus innerhalb weniger Jahre mehr als ausgeglichen.

Die ganze Stadt profitiert

Durch das bepflanzte Dach über der A 7 in Bahrenfeld und Othmarschen entstehen mitten in der Stadt rund 3o ha Fläche, die für Stadt und Natur auf Dauer eine optimale Entwicklungschance bedeuten. Anders als bei Siedlungen auf der grünen Wiese muß die Infrastruktur nicht erst geschaffen werden. Verkehrsanbindung, Schulen und sonstige Versorgungseinrichtungen sind weitgehend vorhanden. Die einheimische Bauwirtschaft wird nicht nur durch den Deckelbau selbst, sondern auch darüber hinaus nachhaltig belebt, denn auf den freiwerdenden Flächen entstehen über 2000 Reihenhäuser und Eigentumswohnungen. Wohnen und Arbeiten können zusammenrücken, es gibt wieder eine geschlossene Grünachse bis in die Stadt. Bahrenfeld und Othmarschen, heute noch strukturell benachteiligt, werden durch dien neue Park- und Wohngebiete auch für Investoren und innovative Unternehmen zunehmend interessant.

Ein Park auf dem Deckel

Wo es heute aus der Autobahnschlucht lärmt und stinkt, entsteht auf dem Deckel eine völlig neue Landschaft bis hin zum Volkspark, der dadurch auch für Bewohner anderer Stadtteile wieder zugänglicher wird. Parkanlagen, Spazierwege, Freizeitflächen und individuell gestaltete Kleingärten werden diese grüne Oase zu einem der attraktivsten innerstädtischen Erholungsgebiete machen. Es müssen keineswegs alle Kleingärtner auf den Deckel umziehen. Aber denen, die damit einverstanden sind, wird der neue Standort deutliche Vorteile bringen: Sie bekommen bessere Versorgungseinrichtungen und moderne Be- und Entwässerungssysteme. Und sie haben die Garantie, daß ihre neuen Gärten auf immer erhalten bleiben.

Kosten und Erträge

Der A 7 - Autobahndeckel ist ein Projekt "von unten": Nicht Politik, Verwaltung oder Großinvestoren haben das Konzept entwickelt, sondern die Bürger vor Ort. Doch wenig andere Großvorhaben wurden schon in der Vorplanung so gründlich auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit abgeklopft wie das Deckelprojekt. Heute sind auch die verantwortlichen Mandatsträger in der Hansestadt vom Deckel überzeugt. Die folgenden Zahlen sind nach Ansicht aller beteiligten Experten realistisch:

Kosten

Bauwerk 414 Mio DM
Nebenkosten 67 Mio DM
Verfüllung der Böschung 5 Mio DM
Summe 486 Mio DM


Erlöse
Grundstücke 252 Mio DM
Grunderwerbsteuer 5 Mio DM
Lärmschutz BRD 55 Mio DM
Summe 312 Mio DM

Zwischen Kosten und Erlösen klafft eine Lücke von 174 Mio DM. Trotz angespannter Haushaltslage in Bund ind Ländern lohnt es sich, dieses Geld in das Deckelprojekt zu investieren. Denn diese Ausgabe wird durch die Steuer-Mehreinnahmen, die der Autobahndeckel nach sich zieht, innerhalb von fünf bis sieben Jahren wieder hereingeholt.

Der Deckel rechnet sich

Eines der führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen Europas, die PwC Deutsche Revision, untersuchte 1998 die Auswirkungen des Deckelprojekts auf das Steueraufkommen der Hansestadt. Die Gutachter berechneten alle wichtigen Indikatoren wie Immobilien-markt, Bevölkerungsentwicklung, Haushaltstrukturen und Wanderungsbewegungen. Trotz vorsichtigster Annahmen kamen sie uneingeschränkt zu dem Ergebnis: "Insgesamt kann das Projekt "Überdeckelung der BAB 7" bei rein finanzwirtschaftlicher Betrachtung auf Basis der vorliegenden Daten für die Freie und Hansestadt Hamburg als wirtschaftlich eingestuft werden." Ja, worauf warten wir eigentlich noch?